Basisrente oder ETF-Sparplan. Lohnt sich Rürup?

Ich bekomme oft die Frage gestellt, was sich eigentlich mehr rechnet. Ein klassischer Aktiensparplan oder eine private Rentenversicherung. Wie so oft im Leben, ist hier die richtige Antwort „es kommt darauf an“.


Grundsätzlich gibt es im Bereich der Altersvorsorge die Möglichkeit auf staatlich geförderte Produkte und Angebote zurückzugreifen. Das kann unter Umständen eine geeignete Lösung zur Schließung der Rentenlücke sein. Eine Übersicht der Optionen und der unterschiedlichen Schichten der Altersvorsorge gibt das nachfolgende Schaubild:



In mehr als 250 Beratungsgesprächen zum Thema Basisrente (Auch Rürup Rente genannt), habe ich bisher individuell für meine Kunden folgende zentrale Fragen geklärt:


  • Werde ich so alt, dass sich das für mich rechnet?

  • Wo erziele ich die höhere Rendite?

  • Ist ein klassischer Fondssparplan nicht besser geeignet?

  • Ist die Rente vererbbar?



Musterfall

Um eine Ausgangsbasis zu haben, nehmen wir folgendes Beispiel an:

· 28 Jahre, Angestellter

· 57.600 € Brutto-Jahresgehalt

· Ledig

· Kirchensteuerpflichtig

· Versicherungspflichtig in der GRV

· Pflichtversichert in der GKV, Zusatzbeitrag 1,3 %

· Angenommen wird ein Steuersatz in der Rentenphase von 23 %



Vergleich ETF-Sparplan und fondsbasierte Basisrente

Um die Wirtschaftlichkeit zu ermitteln, wird ein direkter Vergleich zu einer fondsbasierten Basisrente und einem Investmentsparplan auf ETF-Basis aufgestellt. Dabei wird in beide Sparformen ein monatlicher Nettobeitrag in Höhe von 300,00 € bis zum Rentenbeginn (01.12.2059) eingezahlt.



Wertentwicklung

Bei beiden Sparformen wird mit einer jährlichen Wertentwicklung von 6 % gerechnet. Beide Anlagen fließen in den gleichen Index. Aufgrund der Abschluss- und Verwaltungskosten der Basisrente, wird hier allerdings nur mit einer Rendite nach Kosten in Höhe von 5 % kalkuliert.


Ein großer Vorteil der Basisrente ist die staatliche Förderung. Max Mustermann erhält eine jährliche Steuerrückerstattung in Höhe von 1.421 €. Zum Renteneintritt, nach 38 Jahren, ist der Wert der Basisrente auf 387.754 € angewachsen, die in Form von monatlichen Renten ausgezahlt wird.




Der Wert des ETF-Depots beträgt nach 38 Jahren 455.462 €. Dies ist eine Differenz von 67.708 €. Nach dieser Rechnung würde sich der ETF-Sparplan mehr lohnen.



Um einen fairen Vergleich zu haben, sollte man allerdings den Nettobetrag (Jährlicher Sparbetrag – Steuerrückerstattung = 181 € mtl.) berücksichtigen. Würde man in den ETF-Sparplan also nur den tatsächlichen Nettoaufwand investieren, wäre der Wert nach 38 Jahren bei 274.700 €. Hier schneidet die Basisrente also satte 113.000 € besser ab.



Noch besser: Steuervorteil aktiv nutzen!

Ich bin ein großer Freund davon, über lange Laufzeiten den Zinseszins-Effekt auszunutzen umso das Maximale zu erreichen. Würde Max die jährliche Steuerrückerstattung, welche er durch die Besparung der Basisrente erhält nutzen und über die Laufzeit aktiv in einen weiteren klassischen Fondssparplan einzahlen, entsteht ein zusätzlicher Depotwert nach 38 Jahren in Höhe von ca. 179.000 €.


Mit monatlich 300 € Investment hätte Max also folgenden gesamten Wert aufgebaut:

Der Vergleich zeigt deutlich, dass durch das Re-Investment der Steuerrückerstattung ein deutlich höheres Gesamtvermögen aufgebaut wurde, als wenn Max nur einen klassischen ETF-Sparplan bespart hätte.



Der Rentenfaktor, ab wann rechnet sich die Basisrente?

Mit dem Rentenfaktor wird das gebildete Kapital der Basisrente bei Rentenbeginn in eine lebenslange Rente umgerechnet. Üblicherweise gibt er an, wie hoch die vom Versicherer gezahlte monatliche Rente je 10.000 € ist. Beispielsweise ergibt sich bei einem Rentenfaktor von 30 und einem gebildeten Kapital von 100.000 € eine monatliche, lebenslange Rente von 300 €.


Normale Rentenfaktoren liegen aktuell zwischen 28 und 35. Hierbei ist zu beachten, dass die garantierten Rentenfaktoren deutlich niedriger angegeben werden. Eine Versicherung kalkuliert allerdings auch immer mit Überschüssen, die sie selbst erwirtschaftet, weshalb die o.g. Rentenfaktoren zum jetzigen Zeitpunkt realistisch erscheinen. Der Blick auf den garantierten Rentenfaktor sollte also nicht als alleiniger Vergleichswert herangenommen werden.


Bei der oben berechneten Basisrente würde Max Mustermann mit einem Rentenfaktor von 30 eine monatliche Rente in Höhe von 1.163 € erhalten. Nach knapp 28 Jahren (Alter 95 Jahre) wäre das Kapital also komplett ausbezahlt. Sollte Max über diesen Zeitpunkt hinaus noch länger leben, fließt auch weiterhin die monatliche Rente.



Ist die Basisrente vererbbar?

Es stellt sich zu Recht die Frage, was passiert, wenn Max bereits vorher verstirbt, ist die Basisrente dann vererbbar? Hier sollte man einen Blick auf die Rentengarantiezeit werfen. Während dieser Zeit wird die Rente an die Hinterbliebenen ausgezahlt, auch wenn der Versicherungsnehmer bereits kurz nach Erreichen des Rentenalters verstirbt. Es sollte also unbedingt auch auf eine möglichst lange Rentengarantiezeit geachtet werden. Gute Garantiezeiten liegen zwischen 25 und 30 Jahre.



Fazit

  • Durch den steuerlichen Vorteil hat die Rürup Rente ca. 43 % mehr Kapital bei Rentenbeginn.

  • Das aktive Re-Investment des Steuervorteils bringt einen zusätzlichen Vermögenszuwachs in Höhe von 179.000 €.

  • Oftmals ist ein Mix aus beiden Assetklassen eine vielversprechende Lösung.

  • Beim Vergleich sollte man vor allem auf den Rentenfaktor und die Rentengarantiezeit achten.


Eine Basisrente (Rürup Rente) ist in den meisten Fällen eine sehr attraktive Möglichkeit die bestehende Rentenlücke zu schließen.


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